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Biergerm

die, -, keine

Bierhefe


Wortart: Substantiv
Tags: historisch
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 21.07.2016
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (2)


Bronce-Medaillen erhielten: [...] Joseph Danzer, Bäkermeister in Ofen, für einen neu erzeugten, chemisch als unschädlich und von den Bäkern als vorzüglich gut befundenen trokenen Schnellgährungsstoff (der Totiler Germ ähnlich), welcher beim Branntweinbrennen erzeugt, die Biergerm in Hinsicht der Billigkeit und der Güte sowohl, wie auch der Haltbarkeit bei Weitem übertrifft.
source: Pesther Handlungszeitung v. 12. Okt.1842
Die Oberhefen haben feinere Bestandteile ... Ich habe diese und die Unterhefen mit Weizen- und Roggenmehl versuchet: sie erregen, wie die Biergerm, die süße Gährung, und sind somit als Gährungsmittel anwendbar.
source: Franz Ritter von Heintl, Der Weinbau des österreichischen Kaiserthumes (1835)

Wiener-Torte auf andere Art. Man vermengt : Pfund Butter, 3 ganze Eyer, 3 Dotter, 14 Löffel voll Biergerm, 3 Vierting*) feines Mehl, etwas Salz und gestoßenen Zucker gut unter einander, und macht mit Milch einen dicklichen Teig daraus, lässt ihn eine Weile aufgehn…
source: Anna Dorn, Neuestes Universal - oder Großes Wiener-Kochbuch (1825)

*) Ein Vierting, Vierdung, Firdung, oder Ferto war das Viertel einer Einheit.
Koschutnig 21.07.2016


Im Westen gab's den maskulinen Biergerm:
sie durften in Passau acht Brodgattungen verkaufen, nämlich: Eierschädel, runde gesalzene Zeltel. Semmeln auf weißem Biergerm, runde Kümmellaibel, Wecken mit kleinen Zipsen, schwarze Laibe aus dem Staube, Semmeln aus gesottenem Germ und Kornlaibe.
source: Geschichte und Topographie der Umgebung von Passau … u. d. weiter unten in Oesterreich gelegenen fürstbischöfl. Besitzungen (1899)

Tirol:
die Höfltrager … hatten in Ruckkörben oder Kraxen ihre Bitschen (Blechkannen) … verladen und gingen bis zu den höchsten Berghöfen, um dort den Biergerm zu verkaufen.
source: Sagen.at

Koschutnig 22.07.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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