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Tuchent

die, -, -en
[ tuchat ]

Bettdecke


Wortart: Substantiv
Erstellt von: Russi
Erstellt am: 24.02.2005
Bekanntheit: 94%  
Bewertungen: 80 6

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Kommentare (7)


Mehrzahl
die Tuchent / die Tuchenten
Russi 28.03.2005


Beispiel:
Heinz Fischer: "Nicht eine Tuchent über die EU-Ängste breiten" (Die Presse 14.5.2005)
Russi 15.06.2005


Federbett
Tuchent ist in Deutschland ein Federbett
System1 30.05.2006


Bettdecke mit (Gänse)Federn befüllt
"Bettdecke" - wobei das gesamte Füllgut (Gänsefedern) meist in einer einzigen Hülle (Kammer) untergebracht sind. Nicht jede Bettdecke ist also eine Tuchent.
Hoerersdorf 17.07.2011


Übersetzung ergänzen, bitte!
Wie Hoerersdorf sagt: Nicht jede Bettdecke ist eine Tuchent!
Wikipedia erklärt geschwollen: "Gängige Typen von Bettdecken sind
das Oberbett, auch Plumeau und in Österreich (die) Tuchent genannt, in dem das gesamte Füllgut in einer einkammerigen Hülle ruht." - "Riesenplumeau" wäre allerdings zutreffender!
(Wie allerdings wurde aus dem frz. Staubwedel aus Federn überhaupt ein solches Plumeau?)
Koschutnig 18.07.2011


Auch "Tuchet", eine schriftlich kaum mehr gebrauchte Nebenform, die jedoch in der Ausspracheangabe sichtbar wird (in Kärnten hingegen: [tu:xnt]
tuchent f. Federdecke. Bair.-österr. ducket, ducket, tuchet Schm. I, 357; kämt. tuchnt Lex. 74.
source: Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Phil.-histor. Klasse, Bd. 60 (1868), S 239
Eine Tuchetzieche (Oberbettzieche) welche ohne Tuchet abgegeben wird ... 5 Kr.
source: Sammlung aller Sanitätsverordnungen im Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns unter Franz II. bis Ende 1797 (1798)
Mehrere 1000 Stück fertiger Wäsche, bestehend in allen Sorten Männer-, Damen- und Kinder-Wäsche, Leintüchern, Polster- und Tuchet-Ueberzügen, Damen-Korsetten [...] empfiehlt die Handlung zum "Ypsilanti" in Pesth.
source: Der Schmetterling, Flug- und Ergänzungsblatt zum „Spiegel“ (1845)

Koschutnig 09.07.2016


1.) Die Erklärung bedarf dringend einer Verbesserung!
Günther Nenning hat in der ZEIT nicht von einer Bettdecke, sondern von einem Federbett geschwärmt:
Dann hülle ich mich gleich wieder in die Mariazeller Tuchent, ein blau-, an hohen Kirchenfeiertagen auch rotgewürfeltes Federbett voll echter Daunen echter Gänse
source: Die Zeit, 22.2.1993


Die Erklärung des späteren Eintrags Tuchent trifft es jedenfalls besser als nur die Erklärung "Bettdecke" bei diesem fürs Buch vorgesehenen Eintrag, die von einer Reihe von Beurteilern bemängelt worden ist!

Österr. Wb. zu "Tuchent": "mit Daunen gefüllte Bettdecke"

2.) Zur Ausspracheangabe: Die Aussprache mit [-n-] sollte hinzugefügt werden. [tuchat] gilt keineswegs für ganz Österr..
"Tuchet" war die veraltete (ugs. mündlich regional noch existierende) Form:
Ich [...] löschte das Licht aus, zog die Tuchet (so nennt man bei uns das Federnüberbett) mit großer Mühe herauf, denn sie war ungeheuer schwer, und drückte die Augen zu [...] zu gleicher Zeit ward mir die Tuchet vom Bette gezogen. [...] Da griff ich ans untere Ende des Bettes, um zu fühlen, wo denn meine Tuchet sei
source: Ignaz Frank Castelli, „Die alte Mühle“, in Sämmtlche Werke VII (1844)

Koschutnig 06.12.2017





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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