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Burd Ha̲dern


[ puət 'hådɐn ]

einerlei, alles das Gleiche


Wortart: Wendung
Gebrauch: Dialekt
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Lupina
Erstellt am: 08.07.2019
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Kommentare (3)


In der Bedeutung „alles eins“ findet sich das schon im „Bulhaubndeifl“ (!)- Gedicht des oö. Paters Leopold Koplhuber (1763-1826) :

„Und zreißt's dá dei Pladern,
'As is á Burt Hadern“
source: Quellen und Forschungen zur dt. Volkskunde 6, 1908


Im „Wiener Schul-Kalender für 1862“ :
252. Ist Ein' Burt Hadern (ist eins wie das andere).
source: Wiener Schul-Kalender (1862)


Der Eipeldauer schreibt’s stets anders:
iß das nid an Port Hadern, ob i ald- oder neufranzösisch derhergeh? - i geh hald auf jeden Fall französisch derher
source: Briefe des neu angekommenen Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran (Jg. 1816)
i weiß nit, iß s’ a Saphensiederinn, oder a Poetin g'wes'n (s' iß in Grund an Port Hadern, a jedi macht Bladern und Famm)
source: Eipeldauer (Jg 1818)

Lupina 08.07.2019


Auch beim Oberösterreicher Franz Stelzhamer bedeutet es wohl "einerlei, eins wie's andere", wenn auch ungewöhnlich in der Ausformulierung. Ob das poetisch ist?

Mit an Juheza g'kemma,
Mit an Kreuzsprung gehts furt,
Schlück eini, schleck abi,
Hm, Hadern ain Burd!
source: Franz Stelzhamer, Neueste Lieder und Gesänge in obderenns'scher Volksmundart (1868)

Koschutnig 30.09.2019


"so ziemlich ein Port Hadern":
In Küstrin (an der Oder, jetzt Polen), hört man, haben die Leut die letzte Zeit von nichts als Roßfleisch g'lebt, und das hat ihn'n halt anfangs durchaus nicht schmecken woll'n; ich glaub wanns unsre Wienerfleischhacker, mit ihrn jetzigen Kuh- und Rindfleisch drin g'habt hätten. so hätten sie sich g'schwinder an die Kost gwöhnt, denn ein hiesigs Rostbratel und ein dortig's Roßbratel wird so ziemlich ein Port Hadern seyn.
source: Eipeldauer- Briefe 1814

Siljara 04.11.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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