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Zischme, Tschischme

die, -, -n
[ 'tsišmə, 'tšišmə ]

ungarischer Schnürstiefel


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: historisch
Kategorie: Kleidung
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 24.11.2017
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
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Kommentare (1)


Zunächst war der ungarische Schnürstiefel, der ja als Uniformteil der Husaren häufig zu sehen war, mit ans Ungarische angelehnter Schreibung "Czischme" oder auch "Czisme" oder gar korrekt "Csizme" geschrieben worden, später "Zischme", schließlich eher "Tschischme". Letztere Schreibung galt in der Monarchie als "deutsch", siehe
Čižmy (nem. Tschischmen, maď. Czizsme)
source: Klub vojenskej histórie Bratislava

He, schmächtige Burschen in Tschischmen, ihr
he, Mädel in hochroten Röcken —
Das Leben war immer schon fröhlich hier,
wird immer hier Fröhlichkeit wecken.
source: Petr Bezruč, „Gaya, Schlesische Lieder", Aus dem Tschechischen von Rudolf Fuchs (1937). Bibliowiki
„So will ich denn allein gehen, ich werde sie schon herbeitreiben“ sagte sie und lief wüthend in den Winkel und zog große Tschischmen an, solche Tschischmen, dass jeder, wer sie anzog, mit jedem Schritte eine Meile Weges machte.
source: „König Śurina und die Otolienka“, Prager Fremdenblatt v.18.9.1861

Zischmen sind eine leichtere Arbeit als die Stiefel des deutschen Schuhmachers. [...] Ein geübter Geselle kann des Tages 4 bis 5 Zischmen von gewöhnlicher Art verfertigen.
source: Johann Joseph Prechtl, Technologische Encyklopádie, Band 14 (1846)
In der Zips, wo die Nachkommen der teutschen Colonisten, vorzüglich auf dem Lande, sich sehr der Sparsamkeit befleißigen, ist es üblich, dass bei kothigem Wetter die Landmädchen an Sonntagen ihre Zischmen [...] vom Hause bis zur Kirche in den Händen tragen, um sie nicht zu beschmutzen.
source: Der Wanderer (18. März 1832)

Nicht sicher war man sich dabei der Grundform und des Genus des Wortes, da es ja kaum im Singular Verwendung fand. Gewöhnlich wird es als Femininum auf -e beschrieben, doch macht es ein Übersetzer - möglicherweise in Anlehnung an den maskulinen Stiefel (vgl. der Tower, die Waterloo Bridge, beides englische Neutra) - ebenfalls zu einem Maskulinum (im Nom. Sg. auf -en):
ach, der Zischmen war ganz zernagt; von dem andern [...] waren nur die Sohlen sammt dem Sporn übrig geblieben.
source: Bendegucz, "Gyula Kolompos und Pista Kurtaforint, eine Donquixottiade nach der neuesten Mode" (1841)

Koschutnig 24.11.2017





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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