0 stars - 1 reviews0


Ü̲berschwungriemen

der, -s, -

Schulterriemen als Uniformteil


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: historisch
Kategorie: Kleidung
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 22.11.2017
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 0 1

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

Kommentare (1)


Überschwung in Schattendorf:
Inzwischen marschierten die Männer der FKV /= Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs/ zum Bahnhof, um die Kameraden aus Loipersdorf zu empfangen. Sie kamen nicht dazu, denn die Schutzbündler vertrieben sie, wobei sie ihre Überschwungriemen kräftig einsetzten. Schon in Friedenszeiten benutzten bei Wirtshausraufereien im Dorf die Soldaten im Kampf mit ihren zivilen Konkurrenten. Derlei war für die Gendarmerie kein Anlass einzuschreiten.
source: Heinrich Drimmel, Vom Umsturz zum Bürgerkrieg (1957)
Überschwungriemen wurden nicht nur von österr. Kriegsveteranen nach dem 1. Weltkrieg als Schlaginstrumente zweckentfremdet, am Ende des 2. Weltkrieges diente das Uniformteil auch anderen Uniformierten in ähnlicher, aber noch weit widerwärtigerer Weise. Eine 1945 fünfzehnjährige Donauschwäbin berichtete z.B. u.A:
Meine Mutter musste sich unters Bett legen und die Fußsohlen wurden mit einem Überschwungriemen geschlagen, sodass die Fußsohlen rund anschwollen und blutüberströmt waren.
source: Jb. für deutsche und osteurop. Volkskunde 55 (2014)
Ein Jahrhundert zuvor allerdings als Bestandteil der Adjustierung:
Der Brustriemen liegt im Kreuz, das Überschwung- und Patrontaschenriemen bilden, (zwischen dem 3. und 4. Rockknopfe) [...] Der Überschwungriemen ist mit einer Schnalle, dann Tasche versehen, worin bei den Fusilieren die Bajonnettscheide, bei den Grenadieren der Säbel versorgt wird.
source: Der Unterricht des gemeinen Infanteristen (1841)

Koschutnig 22.11.2017





Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Österreichisch The Scrum Master UrImmun