0 stars - 4 reviews0


Prisüll, Brisil

die,
[ pri'sil, pri'sül, pri'sü: ]

Gefängnis; missliche Lage, Klemme


Wortart: Substantiv
Tags: Verballhornung,Wien,Niederösterreich,Oberösterreich,veraltet
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 02.01.2017
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 0 4

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

Kommentare (3)


Bravo Koschutnig - Recherchearbeit vom Feinsten!

Können wir zu diesem eigenen Beitrag auch dieses Lob vielleicht
einmal aussprechen? Mir ist dieser Begriff absolut unbekannt und
möglicherweise nicht in diesem Jahrzehnt, gar Jahrhundert nicht
im Sprachgebrauch?

Vielleicht erspart man sich eine Stunde lang herumsuchen (oder mehr)
ohne gleich zum Schmied zu gehen (anstatt zum Schmiedl...)!
xox 04.01.2017


Mundart Oberösterreichs […]
I woaß wohl, wos 's is,
Wos da Vogel do wüll,-
No, es lust't’n holt außi
Aus seiner Prisüll* .
---------------
/Anm.:/ * Gefängnis, eigentl. Gerichtliche Einsperrung
source: J.M. Firmenich (Hg.), Germaniens Völkerstimmen, Band 2 (Berlin [1846)

Brisil – in der Redensart »in der Brisil« (Klemme, Verlegenheit) seyn. – […] . Italienisch preso; französisch prison , Kerker, Käfig’.
source: Beiträge zur Landeskunde Österreich's unter der Enns
(1832)


2x Brisil und Prisüll -
und zweimalige Verballhornung völlig verschiedener Originale:
* als Feminimum wie im Gedichtchen ("aus seiner Prisüll") von frz. "prison" = Gefängnis, vermischt mit frz. "Bredouille" = Verlegenheit,Bedrängnis;

* als Maskulinum hingegen als "Prisüll, Brisil, Brisil" eine Entstellung von Brasil-Schnupftabak.
Koschutnig 04.01.2017


Christopherl (indem er mit Weinberl die Leiter zur Gartenmauer trägt): Ich bring' unser Fräuler Marie ihren Liebhaber in die Brisil, das is Satisfaktion für das, dass sie mich immer einen dalketen Bub'n heißt.
source: Nestroy
Mariandel (allein): Jetzt sind s' fort, und mich arme Köchin lassen s' allein in der Brisil !
Wenn nur mein Florian nicht krank wird, er ist gar so schwächlich.
source: Raimund, Der Diamant des Geisterkönigs (1824)

Koschutnig 04.01.2017





Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: The Scrum Master SEO Tipps SEO Tipps