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ins Weisat / in die Weisat gehen



Besuch bei der Wöchnerin mit Geschenk


Wortart: Wendung
Kategorie: Zwischenmenschliches
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 29.04.2013
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von ahd. 'wîsod' = Geschenk

*Aus dem Deutschen Sprichwörter-Lexikon (1880): « ins Weisat gehn (Oberösterreich.) –
Unter Weisat versteht man ein kleines noch übliches Geschenk, welches die Gevatterin am dritten Tage nach der Taufe der Wöchnerin, meist persönlich, überbringt. Hier und da heisst es auch das Vorweisat, weil nach zwölf Wochen ein etwas größeres Geschenk, das eigentliche Weisat, erfolgt; zugleich wird dem Pathenkinde etwas Geld in die Göd'n- oder Krösenbüchse, eine rundliche Büchse aus Holz, meist bunt bemalt, gelegt. Weisat, das Weisende; dem Zins- oder Lehnsherrn weisen, hiess einst, nach Schmeller, ihm zur bestimmten Zeit eine bestimmte kleine Gabe bringen.»
Q.: Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): "Deutsches Sprichwörter-Lexikon", Band 5. Leipzig 1880, Sp. 125. http://www.zeno.org/nid/20011766239
* Pustertal: «wer zur Hochzeit geladen war, muss wenigstens beim ersten Kind in die Weisat gehen. Im Pustertal geht die Patin an manchen Orten sogar zweimal; am dritten Tag nach der Entbindung geht sie in die Vorweisat und nach der Aufsegnung der Wöchnerin in die rechte Weisat » (Anton Dörrer und Leopold Schmidt, (hg): Volkskundliches aus Österreich und Südtirol, Wagner, Innsbruck 1947 , S. 161)

In Bayern, bes. Oberbayern, schreibt man zumeist "Weisert", und der Brauch ist das "Weisertweckenfahren", da mit dem Besuch die Überreichung eines langen Weißbrotes verbunden ist.
Koschutnig 29.04.2013


Kärnten:«Auf Anregung und unter Mitwirkung ... des durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzog Rudolf Rudolf (Crown Prince of Austria):
«die Nachbarsleute kommen im Lieser- und Gailthal in die Weisat, bringen allerlei Gaben und werden dafür mit Strauben, Kaffee etc. bewirthet.»
source: Kronprinz Rudolf u.a., Die Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild, Bd. 8, Kärnten und Krain... - K.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1891, S. 122)

Tirol:
Den Wöchnerinnen bringt man Geschenke, gewöhnlich Butter, Eier, Brot und Hennen, die man Weisat nennt. Man sagt davon: in's Weisat gehen.
source: Ignaz V. Zingerle, Sitten, Bräuche und Meinungen des Tiroler Volkes (1871)

Koschutnig 10.03.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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