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a Neichtl : eine kurze Zeit


+17


  

a Neichtl

eine kurze Zeit


Erstellt von: WAM am Feb.2007

Links: Österreichisches Wörterbuch : a Neichtl V W

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

  


Bekanntheit

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Änderungen (1)


Bewertungen (23)



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von Meli am Oct.2007

 
+1
eigentlich
die Eicht; eine kurze Zeit; Eichtl ist die Verkleinerungsform, das 'n' ist wegen leichterer Aussprechbarkeit eingeschoben.
von avenarius am Apr.2008

 
+5
Ergänzung
Wald- /Weinviertel: Setz di zuwa a neichtl zu mir, ratsch ma a neichtl, host a neichtl zeit ?
Setz dich kurze Zeit zu mir, tratschen wir ein wenig, hast du kurz Zeit ?
von Marktroland am Aug.2009

 
+1
Wie schon Avenarius kommentiert hat:
die Eicht(e) - eine Weile; eine kurze Zeit.
'eine gute Eicht warten müssen' - ziemlich lang'ein kleins Eichtel' - eine kurze Zeit'wunderliche Eichten haben' - Launen Matthias Höfer (Benediktiner in Kremsmünster und Pfarrer in Kematen): "Etymologisches Wörterbuch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Oesterreich üblichen Mundart, Theil 1", Linz 1815 (Google eBook)

http://tinyurl.com/6g2yqqk
* Friedrich Josef Pesendorfer: "A lustigö Eicht: Dialektgedichte", Linz 1920
Das N von "Neichtl" stammt vom unbestimmten Artikel, während umgekehrt ostmitteldeutsch bei der Otter das N abgetrennt worden war, weil man es für das Artikel-n hielt (Otter = Natter; auch englisch a nadder > an adder). Seit Luther wurde "die Otter" allmählich Standard, doch zu seiner Zeit verstand man im Oberdeutschen sein "Otterngezücht" nicht! Der (Fisch-)Otter aber hatte nie ein N- (zu idg. 'udr-' = 'Wasser')

von Koschutnig am Jun.2011

 
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Änderungsvorschlag:
Ö: Eicht(el)
A: a Neichtl
D: eine kurze Zeit
Sollte das so passen, mache ich gerne eine Änderung.
von JoDo am Jun.2011

 
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Eher nicht,
würde ich sagen. Vielleicht aber meldet sich ein OÖer oder NÖer, der die Eicht noch kennt, dann sollte man die extra aufnehmen (sonst könnt's ja eigentlich auch als "veraltet" aufgenommen werden, nicht?)

Doch wenn das offenbar noch vielfach bekannte "Neichtl" nur als Aussprache von "Eicht" aufgenommen würde, wär das dann nicht so, wie wenn die Otter nur als eine Aussprache von "Natter" im Wörterbuch zu finden wäre?
von Koschutnig am Jun.2011

 
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gem. Aussage
eines Bekannten aus OÖ wird beides verwendet: a Neichtl und an Eichtl, beides für "ein Weilchen". So wie Koschutnig schon vermutet hatte.
von dingle am Jun.2011

 
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Erklärt's Anzengruber sofort selber - oder?
...nachher geht dir wohl ein Licht auf, dass gelebt gelebt ist, dass das kleine Neichtl Zeit ganz unser ist und dass wir uns um kein' Herrgott und kein' Teixel z' kümmern brauchen...wann's nach'm klein winzig Neichtl Zeit all's miteinander vorbei is (Aus den "Kalendergeschichten")http://tinyurl.com/67kz932Setzt er für die Städter, für die Anzengruber ja schreibt, jedesmal zum geliebten "Neichtl" die "Zeit" hinzu, damit das Wort verstanden wird?* d'rüber vergeht auch a neichtl Zeit * allweil nach oan kloan Neichtl Zeit * in ein Neichtl Zeit schau' ich koan Narr'n nimmer gleich - Oder aber bedeutet für ihn "ein Neichtl" einfach nur 'ein bisschen'? Da ist nämlich auch noch Anzengrubers Satz: "da drein steht alles Verborgene und alles Offenbare verzeichnet und noch a Neichtl drüber"http://tinyurl.com/3spzdes
, * und da ist weiters der Satz einer Gesprächspartnerin von Enrica v. Handel-Mazetti: " 's Heimweh hört a Neichtl auf, und die Zeit vergeht ihm no amal so schnell" - http://tinyurl.com/3pzcolq -* sowie im Roman "Der letzte Baum" (1908) des Böhmerwalddichters Josef Gangl:"Nur ein klein's Neichtl zu lustig und zu stolz war er mir." , was in der Anmerkung erklärt wird: "Neichtl: Ein Restchen; ein weniges" (Deutsche Arbeit: Band 7
Gesellschaft zur Förderung Deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen, 1908, S 232)Wenn dem so ist, gäb's u.U. eine mögliche sprachgeschichtliche Erklärung: Mittelhochdeutsch gab's ein "iht"[içt] = 'etwas', entstanden aus "ie wiht" ('irgendein Ding'), dazu die Negation "ni(e) wiht", die zusammengezogen zu unserem "nicht" wurde (Das -s bei 'nichts' stammt vom Genitiv "ihts" - 'des Dings').Falls nun im Böhmerwaldraum das "i(e)ht" zu einem langen wurde, könnte es wie die anderen langen -i- zu -ei- geworden sein (min, din, sin > mein, dein, sein; zit>Zeit; wip>Weib), also i:cht > Eicht und entsprechend niewiht > ni:cht> Neicht + Verkleinerungsnachsilbe -el > "Neichtl". Das anlautende N- ginge dann zwar einerseits auf die Verneinung von "etwas" zurück, mag andererseits aber daneben auch durch Abtrennung vom unbestimmten Artikel "ein Eichtl" entstanden sein, sodass das "Neichtl" keine negative Bedeutung mehr hatte und nur in der Bedeutung "etwas, ein bisschen" gleich wie das "Eichtl" verwendet wurde. Der häufige verbundene Gebrauch von "Neichtl" + "Zeit" dürfte schließlich durch Bedeutungsübertragung zum dzt. "Neichtl = wenig Zeit" geführt haben.


von Koschutnig am Jun.2011

 
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Im Englischen
aus dem ´Koschutnik´ das sehr passende Beispiel ´a nadder > an adder´ gebracht hat, gibt es aber laut ´Neophilologus
Volume 64, Number 1, 109-112´
http://www.springerlink.com/content/q33320r52l743755/
Beispiele für ´nasal shift´ in beide Richtungen: ´an ekename > a nickname, an ewt > a newt, an otch > a notch´.
Vielleicht gibt es in beiden Sprachen die gleichen Beweggründe für diesen ´shift´.

von JoDo am Jun.2011

 
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Zu klären
wäre also ´nur´ noch die Frage:
Stehen ´Eicht´ und ´Neichtl´ unabhängig nebeneinander > dann: zwei Einträge, oder
ist Neichtl die Aussprache von Eicht?
´Native Speakers´ bitte melden!
von JoDo am Jun.2011

 
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Auch im Pustertal
hat Johann Baptist Schöpf, der Vater (Großvater) der Tiroler Mundartforschung, "neichtl" gefunden, und zwar in der Bedeutung 'wenig, ein bisschen', und er beschreibt es als "wahrscheinlich eicht mit präfigiertem -n".(Tirolisches Idiotikon, Innsbruck, 1866, S.464)
http://tinyurl.com/5tdy5hr
Es ist also nicht nur Aussprache, wie ja auch die lit. Verwendungen (Anzengruber etc.) zeigen.
von Koschutnig am Jun.2011

 
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eine Weile gesucht:
kurze Zeit:
Eichterl, auf ein Eichterl = auf kurze Zeit, ein Weilchen
(auch "a Neichtl" oder "a Neichterl" = an Eichtel)

[mhd. ûhte / uohte = Zeit der Dämmerung, auch Nachtweide des Viehs]

A lustigö Eicht, Spruchgedicht von Franz Stelzhamer

A lustige Eicht

hat der Herrgott selm gweicht,

selm gweicht und selm gsegnt,

ruck en Huat, wanns da gegnt.

(andere Version)

A lustigö Aicht
Hat da Herrgott selm gweicht,
Selm gweicht und selm gsegnt:
Ruck ön Huat, wanns da gögnt.
http://tinyurl.com/6kmls7p
von JoDo am Jun.2011

 
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In Kärnten unbekannt
Ich muss die Beurteilung für Klgft. anzweifeln.

von chaimulja am Nov.2012

 
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@ chaimulja : Inwiefern
musst du die Beurteilung für Klgft. anzweifeln ?
Qualität= 0 bedeutet: "Kann ich nicht beurteilen"
Bekanntheit= - 50% bedeutet: "Kenne das Wort nicht" Ehe ich mich damit befasste, kannte ich es nicht, ich weiß aber nicht, ob es andere in Kärnten kennen. Beurteile doch auch du - dazu ist das grüne +/- ja da!
von Koschutnig am Nov.2012

 
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kurzzeitig
von frieda am 09.Mar.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

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