Stelligmachung : das Ausfindigmachen, die Herbeischaffung


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Stelligmachung

die, -, -en
das Ausfindigmachen, die Herbeischaffung


Art des Wortes: Substantiv

Tags: amtssprachlich

Erstellt von: Koschutnig am 18.Oct.

Links: Österreichisches Wörterbuch : Stelligmachung V W

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Bekanntheit

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Eigentlich hätte ein prominenter Mann am Montag im Großen Schwurgerichtssaal des Straflandesgerichts Wien auf der Anklagebank Platz nehmen sollen. Doch als Richter Christoph Bauer mit dem Senat in den Gerichtssaal schreitet, erblickt er keinen prominenten Mann. Nur ein leerer Sessel steht vor dem Zeugenpult. "Mir scheint, es fehlt wer", sagt er. Gemurmel und Rätselraten auf den Zuschauerbänken. "Ohne den Angeklagten tun wir uns a bissl schwer", meint Bauer." Zur Ausforschung und Stelligmachung des Angeklagten" vertagt er die Verhandlung auf unbestimmte Zeit.
Quelle: Wiener Zeitung.at 19.12.2016
VwGH zur Stelligmachung von ausländischen Zeugen bzw Berücksichtigung schriftlicher Beantwortung von Fragen im Verfahrensrecht
Quelle: Wo MANZ findet. rdb.at
Das Problem wird auch durch § 288 Abs 2 ZPO, der vorsieht, dass Zeugen auch ohne vorherige gerichtliche Vorladung zur mündlichen Verhandlung mitgebracht werden können („Stelligmachung“), nicht entschärft.
Quelle: Dominik Prankl, Die Namhaftmachung von Zeugen im Zivilprozess
Nach stRsp des VwGH schließt auch schon die Berechtigung eines Beschäftigten, im Rahmen einer übernommenen Gesamtverpflichtung (dh im Rahmen einer Verpflichtung, auf längere Dauer Arbeitsleistungen zu erbringen) sanktionslos einzelne Arbeitsleistungen (ohne Stelligmachung eines Vertreters) abzulehnen, wodurch er trotz übernommener Gesamtverpflichtung in der Disposition über seine Arbeitszeit weitgehend frei ist und der Arbeitsempfänger nicht von vornherein mit der Arbeitskraft des Betreffenden rechnen oder entsprechend disponieren kann, wegen des in dieser Berechtigung zum Ausdruck kommenden Fehlens der Ausschaltung seiner Bestimmungsfreiheit durch die übernommene Arbeitspflicht seine persönliche Abhängigkeit vom Arbeitsempfänger aus
Quelle: VwGH, GZ 96/08/0202, Erkenntnis v. 03.04.2001 - RIS

von Koschutnig am 18.Oct.

 


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

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