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Spintisieren : denken bzw. fantasieren


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Spintisieren

denken bzw. fantasieren


Erstellt von: Cubitus am Apr.2016


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Links: Österreichisches Wörterbuch : Spintisieren

  


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In keiner Weise spezifisch für österreichisches Deutsch! Unzählige große und kleine Deutsche haben es verwendet:
Ich hatte wieder einmal eine Probe geliefert, wie die Abgeschlossenheit von der Außenwelt das Spintisieren begünstigt .
Quelle: Ferdinand August Bebel ( 1840-1913, Begründer der SPD), "Aus meinem Leben", 2. Teil (1911)
vormittags Putzen und Kochen, nachmittags, wenn der Mann fort ist, mit einer Handarbeit am Fenster oder im Sommer auf dem Balkon sitzen und hinausschauen und ein bißchen spintisieren, und abends sich schlafen legen können, wenn man Lust hat
Quelle: Mieze Biedenbach, "Erinnerungen einer Kellnerin", Berlin 1906
Nein, was den Wartenden so seltsam berührt, das ist die Unterwerfung denkender Geschöpfe unter eine Idee, deren praktische Anwendung sie so oft enttäuscht, nämlich jedesmal dann, wenn kein Wagen aus der Nebenstraße kommt. Lasset uns, während wir warten, ein wenig spintisieren. .
Quelle: Kurt Tucholsky, Warten vor dem Nichts (1928), Ges.Werke (1975) Bd. 6
Zu allen Zeiten ist die Neigung dagewesen, in solchen Personalfragen die Weltgeschichte zu korrigieren. Aber Gott sei Dank, es ist nie geglückt. Das Volk, allem Besserwissen der Eingeweihten, allem Spintisieren der Gelehrten zum Trotz, hält an seinen Größen fest.
Quelle: Theodor Fontane, Vor dem Sturm Bd. 2 (1878)
DUFROY ihren Vorwurf zurückweisend. Leicht! Leicht! Dem von ihr so plötzlich in den Vordergrund gerückten Problem nun nicht länger mehr ausweichend. Ich habe mir ja oft auch über dieses Faktum und Fatum, über diese launisch seltsame, merkwürdige Zufallsfügung, zum mindesten aber und namentlich in diesen letzten Jahren, die wiederholt bizarrst grüblerischsten, absonderlichsten Gedanken gemacht!

MARIANNE müde, resigniert-schmerzliche Geste. Was hilft jetzt alles nachträgliche ... Spintisieren und Rückwärtsrechnen ... wenn sich dadurch ... Pferdegetrappel.
Quelle: Arno Holz, "Ignorabimus", Drama (1913), Werke Band IV

KONRAD. Hans! Siehst du! Da erkenne ich dich so recht dran wieder! Immer tüfteln und spintisieren! Ach ich merk schon: das ist alles nur halb so schlimm: du bist doch immer noch meine alte, kreuzbrave und kluge, riesig kluge Hanna – wie? .
Quelle: Otto Erich Hartleben, "Hanna Jagert", Drama, Ausgewählte Werke Bd. 3, Berlin 1913

u.v.v.a.
von Koschutnig am 08.May.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.