Türkenwichser : Polenta, Speise aus Maisgries, Wasser...


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Türkenwichser

der
[ Tirggnwixa ]
Polenta, Speise aus Maisgries, Wasser und Fett


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Essen und Trinken

Erstellt von: bodomar am Jan.2010

Links: Österreichisches Wörterbuch : Türkenwichser V W

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Bekanntheit

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Aus dem brasilianischen Tirolerdorf Dreizehnlinden und keine Beleidigung:
Als „ganz alte Speisen“ gibt die Tirolerin zum Beispiel den „Türkenwichser“ und den „Wirla“ an: „Des sind jetzt ganz die alten Speisen, was ma allweil ghabt haben. Unser Samstagessen!“ Der Wichser konnte als Mittag- oder Abendessen, oder am Nachmittag gegessen werden. Der „Türkenwichser“ wird aus Maismehl (Türkenmehl) gekocht. „der Wixa is vom Maismehl. Vom Tirggnmöh. Und da heroben nimmst meistens a Müch. Ja. Türgenwixa mit Müch. Ja. Mit Äpfel einglegt a. Des... da mitkocht werden. Des is guat. Erscht wirscht a a bissl saftiger“. Die Äpfel wurden nicht nur in den „Türkenwichser“ direkt hinein geschnitten, sondern auch als Kompott dazu gegessen
Quelle: Elisabeth Kuhn, „Tirolerknödel in Brasilien – Weitergabe und Veränderung von kulinarischem Wissen bei Tiroler Migranten und Migrantinnen in Brasilien“, Diss. Wien 2013
Aus dem Tiroler Unterland:
Radfelder Sage von der Wetterhexe:
Wehe jener Bäuerin, die dieser Bettlerin nicht ein vorzügliches Essen vorsetzte, sobald sie ins Haus kam. Hagelschlag und Misswuchs , Seuchen für Mensch und Tier und weiß Gott was noch alles wünschte „dö nixnutzigö Kuntin“ dann auf den Hof herab.[...] . Und hat sich aber gar eine Bäuerin unterstanden, ihr einen nicht allzu schmalzigen „Türkenwichser“ anzubieten, dann hat das „Rabnbradl“ glei „s’Fischta“ driba ghöbbt und hat gschrien: „Teats s’Kaminloch und d’Kucheltür zua, dass da Wind dös Hennafuatta net vertragt“.
Quelle: Radfelder Gemeindezeitung, Sept. 2013

Heiliger Abend an der Brandenberger Ache:
Quelle: Ludwig Weinold, Bauernkost am Heiligen Abend, Sagen.at

von Koschutnig am 24.Mar.

 


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

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