0 stars - 1 reviews5

Nationale : Personaldaten


-1

Nationale

das, -s
Personaldaten


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Zwischenmenschliches, Amts- und Juristensprache

Erstellt von: Koschutnig am Jun.2008

Links: Österreichisches Wörterbuch : Nationale V W

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

  


Bekanntheit

Ab zehn Bewertungen erstellen wir eine Karte Österreichs mit der Bekanntheit des Wortes. Du kannst Dir aber die aktuelle Karte ansehen.

Änderungen (1)


Bewertungen (2)



0


von JoDo am Jun.2008

 
-4
Gibt es schon!

von Meli am Jun.2008

 
0
Als Formular: 'Kleines' und 'großes' Nationale
Ersteres enthält nur Namen und Geburtsdaten,
das Letztere auch Beruf, Anschrift, Tel.-Nr. u.a.

Duden gibt ja 2 Bedeutungen für das Wort der österr. Amtssprache an:
1. Angaben zur Person, Personalangaben ("das Nationale aufnehmen")
2. Formular; Fragebogen für Angaben zur Person
von Koschutnig am Jun.2008

 
0
Über ein (NiA ) in Polizei-/Gerichtsschriftstücken hinter dem Namen eines Zeugen
hab ich grad gerätselt: "Nationale im Akt" ist gemeint, dort sind die "Generalien" (Angaben) zur Person zu finden.
von Koschutnig am Apr.2013

 
0
Frage an Koschutnig:
Kann man im gegebenen Beispiel
das "Nationale" mit dem "Heimatschein" in Zusammenhang bringen?
von JoDo am Apr.2013

 
0
Das Nationale ist nur ein Personaldatenblatt, das z.B. jeder Student auszufüllen hatte, z.B. finden sich im "Gedenkbuch für die Opfer des Natonalsozialismus an der Universität Wien 1938" »all jene Studierenden des Wintersemesters 1937/38 und des Sommersemesters 1938, die im Nationale (Inskriptionsschein) in den Rubriken "Religion, Ritus, Konfession", "Muttersprache" oder "Volkszugehörigkeit" einen Eintrag gemacht haben, der den Rückschluss zuließ, dass sie im Nationalsozialismus als Jüdinnen und Juden gegolten hatten. Von ihnen war niemand mehr im Wintersemester 1938/39 inskribiert.

Weiters wurden alle Studierenden aufgenommen, die sich zwar im Nationale nicht selbst als "jüdisch" definierten, über die aber in anderen Quellen, meist Akten im Wiener Universitätsarchiv, verzeichnet ist, dass sie als Jüdinnen oder Juden betrachtet worden waren .«
Heimatschein aber war eine Urkunde, aufgrund deren die Staatsangehörigkeit festgestellt werden konnte.« http://gedenkbuch.univie.ac.at/index.php?id=429"Die Nationale 1938 – 1945" nennt sich z.B. eine "Forschungsarbeit" einer Sibylle Amber, und darin heißt es: » Im Formular " Nationale" selbst, und zwar auf der ersten Seite, wurden die Inskribierenden nach ihren Vor- und Nachnamen, Geburtsdatum, Staatsbürgerschaft, Heimatzuständigkeit, Volkszugehörigkeit, Religionsbekenntnis, Konfession oder Ritus, Vater oder Vormund, und ihrer Position im öffentlichen Dienst befragt «.
(Sybille Amber, "Die Nationale 1938 – 1945", GRIN, BoD, 2004 S.2 )
Heutzutage nimmt z.B. ein österr. Polizist "das Nationale" eines jeden Zeugen auf, und der kann ein schwarzer Tiroler aus Brixen im Thale oder eine schwarzer Afrikaner aus Simbabwe sein.

Der Heimatschein hingegen - mit ähnl. Angaben - ist eine Urkunde, die (dzt.noch in der Schweiz) von der Heimatgemeinde ausgestellt wird, wenn er auch offiziell einen andern Namen hat. In der k.k. Monarchie hatte der Heimatschein, dem „das Siegel der Gemeinde aufzudrücken" war, „die Bestättigung [sic!] von Seite der Gemeinden, daß der Person, welcher er verabfolgt wird, das Heimatrecht (Zuständigket) sammt den daraus entspringenden Rechten in der entsprechenden Gemeinde zustehe”. Er hatte auch die Funktion eines Reisedokumentes im Inland und war erforderlich für die Ausstellung eines Reisepasses fürs Ausland oder eines Wanderbuches. Wunderschön findet sich alles über den k.k. Heimatschein in Friedrich Swieceny; „Das Heimatrecht in den k. k. österreich. Kronländern mit constituirten Ortsgemeinden” , F. Manz, Wien 1855,
S. 35 - hier komplett (Google book): http://tinyurl.com/d3gxn9fEin Formular des Heimatscheins ist hier: http://tinyurl.com/d2qqjur

Die österr. "Heimatrechtsgesetznovelle" 1928 verpflichtete die Gemeinden, ein Verzeichnis ihrer Heimatberechtigten, die "Heimatrolle", zu führen, in der die Personenstandsdaten, der Beruf, der Wohnort, die Abstammung sowie die Begründung bzw. der Erwerb des Heimatrechts enthalten waren. Da alle Bundesbürger ein Heimatrecht besaßen, bildete die Heimatrolle zugleich eine Evidenz der österr. Staatsbürger. Aufgrund eines "Auszugs aus der Heimatrolle" oder eines Heimatscheines erhielt man später einen "Staatsbürgerschaftsnachweis". s. http://tinyurl.com/bunb6zcDas 1939 abgeschaffte "Heimatrecht" wurde ja 1945 nicht wieder eingeführt (nach 1945 betrachteten die "Heimatvertriebenen" ihren BRD-Vertriebenenausweis sozusagen als "Heimatschein", mit dem sie ihr Rückkehrrecht bestätigt glaubten)
von Koschutnig am Apr.2013

 
0
Danke - Koschutnig
JoDo
von JoDo am Apr.2013

 
0
Originaleinträge jetzt auf dem laufenden Band deshalb negativ zu beurteilen, weil sie nach ihrer unbegreiflichen "Verbannung" wie über 150 andere meiner Einträge einen Ersatzeintrag erhielten, das ist - / hier bitte nach Belieben ein zutreffendes Wort aus der Alltags- oder aus der Psychiatrie-Fachsprache einsetzen/! - Mir fehlen die Worte!
von Koschutnig am 18.Feb.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Jerga Urbana | NLP | Sprachen Lernen | Master | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.