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Flegen?

von Pernhard 28.07.2018
Ans Entfernen der sogenannten Flegen von den Maiskolben beim „Woazschäln“ meint sich eine 85-jährige Steirerin aus Steinberg bei Hitzendorf in der Nähe von Graz zu erinnern:
„Einige Tage haben sie in der Tenne gut abgelegen, so konnte man jetzt die Flegen, das sind die Blätter am Striezel, leichter entfernen. Zwei - vier Flegen wurden am Striezel gelassen, der Rest wurde weggezupft“ (https://tinyurl.com/ydcdpsxo )

FRAGE: Ist sonst jemandem die Bezeichnung „Flegen“ für die „Federn“ an den Mais-/Kukuruz-/Türkenkolben bekannt? Ist das Wort einen Eintrag wert?

Steirische Flegen

Koschutnig 04.08.2018
Ihr Gedächtnis hat diese Seniorin offensichtlich nicht getäuscht:

In der Grazer Tagespost vom 10.10.1862 wurde im Zusammenhang mit einem Bericht, dass es gelungen sei, die Deckblätter des Maiskolbens zur Papiererzeugung zu verwenden, erwähnt, dass diese Deckblätter „in Steiermark Weizfedern, Flegen, Laschi genannt“ werden und weiter wurde dann gemeint:
In der Gegend von Stainz wird vorzüglich nur Weizen und Mais gebaut und es dürfte hier nicht schwierig sein, einige tausend Centner gut getrockneter Flegen zusammen zu bringen.


Ob solche "Flegen" jedoch immer noch lebendig sind? Einen Eintrag sind sie sicher wert, selbst wenn sich später herausstellt, dass sie "historisch" geworden sind.




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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.